Kirchenbezirk Calw-Nagold

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  • Meldungen aus dem Kirchenbezirk Calw-Nagold

  • 15.05.21 | Wort zum Samstag, den 15.5.2021: »Schaut hin«

    Es ist wieder ökumenischer Kirchentag. Was als großes Glaubensfest mit mehr als hunderttausend Mitfeiernden in Frankfurt am Main geplant war, findet aus Pandemiegründen digital und dezentral statt. Es begann an Christi Himmelfahrt und endet am Sonntag. Das digitale Programm kann kostenlos abgerufen werden. Die Kirchengemeinde Monakam macht daraus einen lokalen Kirchentag und “klinkt“ sich ein in das große Geschehen des ökumenischen Kirchentages. „Schaut hin!“ Gut, dass man das Christentreffen nicht fallen gelassen hat! Gerade jetzt braucht es Gelegenheiten, drängende Themen zu diskutieren. Christen wollen auf dem Kirchentag deutlich machen, dass sie sich um den Zusammenhalt der Gesellschaft, um soziale Gerechtigkeit und weltweite Solidarität kümmern. „Schaut hin“, lassen sich die Kirchen aber auch selbst sagen. Erneuerungsprozesse sind nötig. Der Umgang mit Missbrauch in beiden Kirchen muss im Blick bleiben. „Schaut hin“ - das Leitwort ist dem Markusevangelium entlehnt (Mk 6,38). Es ist eine Interpretation des "geht hin und seht nach" aus der Geschichte der Speisung der 5.000 mit fünf Broten und zwei Fischen. Den angesichts der hungrigen Menge ratlosen Jüngern rät Jesus: „Wieviel habt ihr? Geht und seht!“ Und dann werden die knappen Ressourcen geteilt. Es passiert: Gott schenkt Segen und Fürsorge in Fülle. Auch wenn die Ressourcen klein sind. „Schaut hin“ - welche Ressourcen sind uns anvertraut? Wie gehen wir mit ihnen um? Und welche Ressourcen sind begrenzt? Stichworte wie Klimawandel und Energieressourcen, Arm und Reich, Macht und Kapital kommen einem in den Sinn. Auch Schutz, Teilhabe, Verteilung von Gütern und Rechten. "schaut hin" ist aber genauso die Anfrage: Wovor verschließen wir die Augen? Wo schauen wir weg? „Schaut hin!“ Das ist mehr, als nur mal eben nachzählen, einen Blick drauf werden. Schauen nimmt wahr und geht nicht achtlos vorbei. Schauen bleibt stehen und übernimmt Verantwortung. Handeln beginnt mit Wahrnehmen. Gut, dass auch wir als Kirchen und Gemeinden im Nordschwarzwald uns auffordern lassen: „Schaut hin!“ Wir nehmen die Sorgen und Bedrängnisse der Menschen ernst. Wir sehen, was brach liegt, was weh tut, wo es notwendig ist, dass Menschen auch wirklich hinschauen. Und wir tun das in der Gewissheit, dass Gott nicht wegschaut. Alles wäre nichts ohne seinen liebenden Blick. Gott „schaut hin“. Und das, was der Mensch als Mangel wahrnimmt, kann Gott zur Fülle weiten: Es ist genug. „Schaut hin!“ Dieter Raschko; Evangelische Stadtkirche Calw

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  • 08.05.21 | Wort zum Samstag, den 8.5.2021: »Muttertag«

    Morgen ist Muttertag. Der Muttertag wird weltweit nicht einheitlich begangen. In vielen Ländern wird Muttertag gefeiert, aber eben an ganz verschiedenen Daten. Bei uns in Deutschland fällt der Muttertag dabei auf den zweiten Sonntag im Mai. Die weltlichen Ursprünge dieses Festes werden mit Blumenhändlern, mit Kaffeeproduzenten oder Pralinenherstellern in Verbindung gebracht. Muttertag wäre dann ein Fest, bei dem es hauptsächlich darum geht, mit Geschenken an unsere Mütter möglichst großen zusätzlichen Umsatz zu erzielen. Das fände ich schade; denn es ist schön, geliebten Menschen etwas zu schenken. Als Ausdruck der Wertschätzung oder Verbundenheit; morgen dann als Zeichen der Liebe gegenüber unseren Müttern. Muttertag. Heute stehen Gedanken zum Muttertag in einer Kolumne mit biblischem Inhalt. Gott und die Bibel mit dem Muttertag in Verbindung zu bringen, ist naheliegend. Denn Gott selbst bezeichnet sich im Buch des Propheten Jesaja als ein Gott, der „euch tröstet, wie euch eine Mutter tröstet.“ Gott ist also nicht nur ein liebender Vater, so wie er im Neuen Testament immer wieder beschrieben wird. Sondern Gott ist zu seinen Geschöpfen auch wie eine gütige Mutter, die sich ihrer annimmt. Im hebräischen Urtext gibt es sogar eine sprachliche Nähe zwischen Gottes „Erbarmen“ und dem „Mutterschoß.“ Wenn sich also Gott über Menschen, Tiere und Pflanzen erbarmt, dann ist das ganz ähnlich, wie wenn unsere Mama uns auf den Schoß nimmt, um uns durch ihre liebende Nähe Trost zu spenden. Dass Gott weibliche Anteile in sich trägt, lässt sich schon aus dem allerersten Kapitel des Ersten Testamentes erschließen. Denn da heißt es: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde - und schuf sie als Mann und Weib.“ Wenn also Gott sich als Mensch darstellt, wenn er in einem schöpferischen Akt selbst Mensch wird, dann schafft er Mann und Frau. Offensichtlich ist das altbekannte Bild von Gott als altem Mann mit schneeweißem Bart also untauglich, um Gott gut zu beschreiben. Sondern der menschliche Gott lässt sich am besten vorstellen, wenn gleichzeitig ein Mann und eine Frau vor unserem inneren Auge entsteht. Weil Gott gleichzeitig Mutter und Vater der Welt ist, feiern Menschen, die an Gott glauben, bei jedem Muttertag nicht nur ihre menschliche Mutter, sondern auch Gott als zärtlich tröstende und fürsorglich liebende Mutter. So ist die Feier des Muttertages, geistlich betrachtet, eine Feier der Ehrfurcht vor Gott. Aber auch die leiblichen Eltern, der Vater, der uns gezeugt, und die Mutter, die uns geboren hat, werden in der Bibel besonders hervorgehoben. Müttern und Vätern widmet Gott eine seiner zehn wichtigsten Weisungen. Das vierte Gebot beschäftigt sich mit der Liebe zu den Eltern. Mütter und Väter zu ehren, ist dabei Ausdruck der Dankbarkeit den Eltern gegenüber. Diese Ehrung tut aber auch den Kindern gut. Denn al-len, die ihre Eltern achten, die auch die altgewordenen Eltern ehren und nicht im Stich lassen, wird es auch selbst gut gehen, wo immer sie sind. So verspricht es der mütterlich-väterliche Gott. So hängen für mich Gottes Liebe und die Feier des Muttertags ganz eng zusammen. Pfarrer Thomas Moser, Zavelstein

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  • 03.04.21 | Wort zum Osterfest 2021: »An Ostern und an allen Tagen«

    „Bist du noch da?“ ruft Lilly aus ihrem Bett. Sie hat darauf bestanden, dass ein Spalt zum Wohnzimmer offen geblieben ist, durch den ein Lichtstrahl ins dunkle Kinderzimmer fällt. „Ja, ich bin noch da!“ ruft die Mutter zurück. Lilly kann einschlafen, weil sie ganz sicher weiß: Die Mama ist noch da. Ich bin nicht allein. Auch nicht in der dunklen Nacht. Ganz am Ende des Matthäus-Evangeliums steht der Satz, den Jesus zu seinen Jüngern bei seinem Abschied gesagt hat: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende! Es ist ein Wort nach Ostern. Die Freunde Jesu haben am Karfreitag die tiefe Verzweiflung erlebt. Jesus ist elend am Kreuz gestorben. Gott hat ihn offenbar allein gelassen. Jesu Jüngerinnen und Jünger haben umsonst gehofft. Mit dem Tod Jesu ist alles aus. Aber es wurde Ostern. Und da kommt der, den Gott auferweckt hat, da kommt der Christus und sagt zu ihnen: Friede sei mit euch! Er gibt ihnen einen Auftrag, und er verspricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende! Wenn ich an die Sorgen und Ängste dieses und des vergangenen Jahres denke, dann höre ich dieses Wort gern. Ich möchte es gerne glauben und spüren: Ja, es ist wahr. Seit es damals Ostern geworden ist, geht der Auferstandene, geht Gott selbst unsere Wege mit. Auch die allerschwersten. Und sagt: Ich bin bei Euch! Ich denke an viele Menschen, die dieses Wort jeden Tag neu nötig haben. Manche sehe ich vor mir: Familien, die sich um Angehörige sorgen, die mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen und die sie nicht einmal besuchen können; Ärzte und Pflegekräfte, die am Ende ihrer Kräfte sind und doch so oft nicht helfen können; Eltern, die sich Sorgen darüber machen, was aus ihren Kindern werden soll, die lange Zeit nur online unterrichtet werden konnten; Menschen, die in Kurzarbeit sind und nicht wissen, ob und wann es weitergeht an ihrem Arbeitsplatz; Künstler, Soloselbständige, Gastwirte, Hoteliers, die um ihre Existenz bangen. Ich merke: diese Liste ist unendlich. Aber es ist wichtig, dass Menschen in ihrer Not hören und merken: Gott lässt uns nicht allein. Auch jetzt nicht. Auch andere Menschen fallen mir ein. Solche, von denen ich gelernt habe. Menschen, die in ihrer Angst vor Morgen gesagt haben: „Weißt du, helfen kann mir niemand. Aber ich bin nicht allein. Ich lege alles in die Hand des Christus, der sagt: Ich bin bei dir! Ich wünsche Ihnen, ich wünsche mir in diesem Jahr zu Ostern, dass wir uns wie ein Kind immer wieder vergewissern können: Gott, bist du noch da? Er ist da. Zu Ostern und an allen Tagen. Er geht unsere Weg mit. Er ist auch da, wo unsere Angst zu groß wird und wir nichts mehr sehen und glauben. Und lässt uns nicht allein. Frohe Ostern! Dekan Erich Hartmann, Calw

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